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Reifenwechsel in Eigenregie - Wann es sich lohnt – und wie es praktisch geht

Auch mit nur wenig handwerklichem Geschick ist der Reifenwechsel im Do-it-yourself-Verfahren eine simple Angelegenheit. Vorausgesetzt, einige Voraussetzungen sind gegeben.

Foto: Continental/Kristof Poggel - Der Radwechsel muss nicht unbedingt in der Werkstatt durchgeführt werden

Foto: Continental/Kristof Poggel - Der Radwechsel muss nicht unbedingt in der Werkstatt durchgeführt werden

Zweimal im Jahr stellt sich für viele Autofahrer die Frage: Werkstatttermin buchen oder selbst zum Wagenheber greifen? Wer etwas Platz, ein wenig Geschick und das richtige Werkzeug hat, kann den saisonalen Radwechsel durchaus selbst erledigen. Wenn man sich an ein paar Tipps hält. 

Es geht dabei wohlgemerkt um den Wechsel kompletter Räder, also etwa von Sommer- auf Winterräder. Das Aufziehen des Reifens auf die Felge lässt sich nicht in Eigenregie machen – dafür braucht es einen Fachbetrieb mit der passenden Maschine. Sinnvoll ist das Selbermachen außerdem auch nur, wenn am Fahrzeug keine Besonderheiten wie Zentralverschlüsse, stark tiefergelegte Fahrwerke oder Runflat-Speziallösungen zu beachten sind. Auch bei sichtbaren Schäden an Reifen, Felgen oder Radschrauben sollte ein Profi ran.

An Werkzeug braucht es nicht viel, aber das Richtige: Wagenheber, Radkreuz oder Radmutternschlüssel samt passender Nuss, gegebenenfalls einen Adapter für Felgenschlösser sowie Handschuhe. Sinnvoll ist zusätzlich ein Drehmomentschlüssel. Ein simples Radkreuz reicht zwar grundsätzlich, um die Schrauben zu lösen und anzuziehen. Reifenhersteller Continental empfiehlt für das endgültige Festziehen aber ausdrücklich einen Drehmomentschlüssel, weil die Radmuttern damit mit dem vom Hersteller vorgeschriebenen Drehmoment angezogen werden können, was eine sichere Befestigung gewährleistet. Hilfreich sind außerdem Kreide oder Markierungen für die Position der Räder, ein Reifendruckprüfer und ein kleiner Besen, um Anlageflächen zu säubern. Unverzichtbar ist ein Blick in die Betriebsanleitung. Dort steht, wo der Wagenheber angesetzt werden darf und welches Anzugsmoment für die Radschrauben vorgeschrieben ist.

Der Ablauf ist überschaubar. Zunächst das Auto auf ebenem und festem Untergrund abstellen, Gang einlegen oder Wählhebel auf „P“ setzen und die Handbremse anziehen. Dann die Radschrauben des jeweiligen Rads leicht lösen, solange das Auto noch auf dem Boden steht. Erst danach wird das Fahrzeug mit dem Wagenheber angehoben. Das Rad abnehmen, das andere aufsetzen, die Schrauben von Hand ansetzen und über Kreuz leicht festziehen. Anschließend das Auto ablassen und die Schrauben endgültig festziehen – ebenfalls über Kreuz. So arbeitet man Rad für Rad rund ums Fahrzeug.

Nach dem Wechsel folgt die Kontrolle. Der Luftdruck sollte geprüft und gegebenenfalls angepasst werden. Bei modernen Autos kann außerdem ein Blick ins Bordmenü nötig sein, etwa um die Reifendruckkontrolle zurückzusetzen. Wichtig ist auch, die abgenommenen Räder zu kennzeichnen, damit beim nächsten Wechsel klar ist, wo sie montiert waren. Nach etwa 50 bis 100 Kilometern sollten die Radschrauben noch einmal kontrolliert und gegebenenfalls mit dem Drehmomentschlüssel nachgezogen werden.